19.10.2015 11:48

Rudolf Horbas

webEdition CMS: Whitepaper

webEdition Logo

Warum wir für mittlere und große Projekte gerne webEdition einsetzen

Wenn uns Auftraggeber nach der von uns verwendeten CMS-Software fragen und wir (unter anderem) mit "webEdition" antworten, ist dieses System häufig nicht bekannt. WordPress, TYPO3, Drupal -- das sind die Systeme, über die unsere Gesprächspartner oft Vorwissen mitbringen.
Dabei ist webEdition keineswegs neu (die erste Version erschien ca. im Jahr 2000) und damit zum Teil wesentlich älter als die Konkurrenten. Da es aber bis 2009 kommerziell vertrieben und erst danach als Open Source unter der GPL freigegeben wurde, ist die Community um das System wesentlich kleiner als die der kostenlosen Systeme. Heute wird webEdition häufig von Agenturen eingesetzt, die es damals schon an Auftraggeber vermittelt hatten und damit sehr gute Erfahrungen machten. Die Weiterentwicklung wird daher auch von einem eingetragenen Verein betrieben, der von diesen Agenturen finanziert und anderweitig unterstützt wird.

Unsere ersten Erfahrungen mit webEditon machten wir gegen 2002, als sich der Urban & Vogel Verlag München (heute Teil der Springer Medizin Gmbh) nach gründlicher Prüfung für das System entschied, um damit die Auftritte von etwa 15 medizinischen Fachzeitschriften umzusetzen. Diese Auftritte sind inzwischen bei Springer Medizin in einem anderen System aufgegangen, aber der Verlag betreibt noch mehrere Websites mit webEditon außerhalb dieses Systems wie z.B. die Zeitschriften info praxisteam und Heilberufe oder das Kongressportal gesundheitskongresse.de.

Die webEdition Oberfläche in der Startansicht ("Cockpit")
Die webEdition Oberfläche in der Startansicht ("Cockpit")

Zum System

Technisches

webEdition ist, wie viele seiner Konkurrenten, ein Datenbank gestütztes System auf Basis von PHP und mySQL. Es kann auf so ziemlich jedem Webserver installiert werden und wird vorwiegend über einen Browser bedient.

In der Gestaltung der Seiten sind Entwickler völlig frei; der gesamte erzeugte Code unterliegt ihrer Kontrolle. Wo bei anderen Plugins und Erweiterungen nötig sind, bringt webEdition mit der XML-ähnlichen Vorlagensprache we-Tags und diversen Modulen bereits fast alles mit, was man zum Aufbau auch komplexer Systeme benötigen könnte. Sollten die we-Tags einmal nicht ausreichen, ist es kein Problem, mit PHP in den Vorlagen eigene Funktionalitäten einzubauen oder die vorhandenen zu erweitern.
Durch die Vorlagensprache we-Tags wiederum ist der Code für Entwicker gut les- und wartbar, da sie eine Mischung aus XML und HTML darstellt und das Syntax-Highlighting in gängigen Editoren und Entwicklungsumgebungen meist gut funktioniert (Tipp: Active State's Komodo Edit)

Die mitgelieferten Module umfassen

  • eine Benutzerverwaltung mit fein abstimmbaren Rechten
  • einen Shop mit Abrechnung
  • eine Kundenverwaltung
  • eine Bannerverwaltung
  • ein Voting-System
  • ein Newsletter-System zum Versand von E-Mails an Kunden
  • ein Datenbankmodul zur Erfassung und Verwaltung von großen Datenbeständen

All diese Module sind vorinstalliert, nicht benötigte kann man aus Performancegründen deaktivieren.

Der Vorteil dieser Arbeitsweise: Während bei anderen Systeme durch Erweiterungen und Plugins (die nicht selten nicht ausgereift sind und manchmal nicht weiterentwickelt werden) Sicherheitslücken und Inkompatibilitäten mit neuen CMS-Versionen entstehen, ist webEdition "aus einem Guss" und kann auch schnell und risikolos auf neue Versionen aktualisiert werden.

Da webEdition von Anfang an als CMS entwickelt wurde, ist es auch genau auf diese Aufgabe spezialisiert: Inhalte zu verwalten und darzustellen. Andere Systeme wie WordPress und Drupal waren ursprünglich Blogging- oder Community-Systeme, die sich langsam zu einem CMS entwickelten. Dabei ist es umgekehrt genauso möglich, mit webEdition ein Blog mit Benutzerkommentaren zu entwickeln, oder ein Community-Portal mit Login.

Redakteure und andere Anwender begrüßen häufig den klaren, benutzerfreundlichen Aufbau des Systems im Vergleich zu TYPO3. Während sich in dieser Hinsicht auch bei TYPO3 viel getan hat, ist webEdition auch in der Gestaltung der Vorlagen durch den Entwickler fast völlig frei. Was heißt, dass ein erfahrener Vorlagenentwickler Eingabemasken mit äußerst komplexen Aufgabenstellungen gut bedienbar entwickeln kann.

Das Management der Seiten und Dateien erfolgt über einen stets sichtbaren Strukturbaum aus Ordnern und Dateien, wie er aus Betriebssystemen bekannt ist.

webEdition WYSIWYG
webEdition WYSIWYG

Die Eingabe längerer Texte wird über einen WYSIWYG-Editor vorgenommen, sodass man arbeitet wie in einer Textverarbeitung. Dabei bietet der Editor Rechtschreibprüfung und Abkürzungsmanagement (sind Ihnen die Titel über den Abkürzungen in diesem Text aufgefallen?).

Durch sogenannte Dokumenttypen können Entwickler Vorgaben für neue Dokumente machen wie Zielordner, Vorlage, Kategorien etc.. Dadurch lassen sich von der Redaktion schnell neue Seiten mit den gewünschten Eigenschaften erstellen.

Der Import auch vieler neuer Dateien (PDFs, Bilder, Videos, etc.) geht mit der Importfunktion schnell von der Hand; man zieht die Dateien einfach auf das Upload-Formular, nachdem man den Zielordner festgelegt hat. Handelt es sich um Bildmaterial, kann webEdition auch bereits beim Upload die Bilder in vordefinierte Formate verkleinern.

Mit dem Zeitplaner kann die Redaktion Seiten zeitgesteuert veröffentlichen, parken, verschieben oder gar löschen. So kann man z.B. umfangreiche Vorbereitungen zum Erscheinen einer Zeitschriftenausgabe treffen und sie dann pünktlich zum Erscheinungstermin online stellen.

Wer viele gleich strukturierte Objekte wie z.B. Warenbestände verwalten muss, greift auf das Datenbankmodul zurück. Hier kann man in webEdition ein Datenmodell ("Klasse") für die Objekte schaffen, mit allen denkbaren Feldtypen (Text, Zahl, Grafik, Auswahl, Link, Datum, etc.). Die Objekte einer Klasse können dann über das Frontend durchsucht und sortiert werden; bei Verwendung der Shop-Funktion dienen sie als Artikel, die in den Warenkorb gelegt werden können.

Updates

Updates komplexer CMS-Systeme bergen immer Risiken, auch, weil zum Aufbau der Websites häufig PlugIns oder Extensions von Drittanbietern verwendet werden, die gelegentlich nicht weiterentwickelt werden oder aus anderen Gründen nicht mehr kompatibel sind. Ohne diese Erweiterungen könnten viele Sites gar nicht entwickelt werden, und jedes CMS hat um sich ein Ökosystem freier und kommerzieller Anbieter dieser Erweiterungen gebildet, von denen man sich abhängig macht.

webEdition hingegen kennt kein echtes PlugIn-System. Gelegentlich kommen CustomTags und sog. "Hooks" zum Einsatz, aber ansonsten sind alle Anforderungen an eine Website mit WE-Tags und, wenn nötig, PHP umsetzbar. Updates machen sehr selten Probleme, meist ist man in wenigen Minuten fertig mit dem eigentlichen Update und testet dann noch die einzelnen Bereiche der Site auf Funktion. Sogar die Umstellung von Version 6 auf die große Version 7 kann man mit etwas Glück in unter 15 Minuten hinbekommen (es empfiehlt sich aber trotzdem wegen der umfangreichen Änderungen ein Test auf einem Entwicklungsserver mit einem Backup der Live-Site).